Detox - was ist dran am Mythos vom Entgiften? Irrtümer und Fakten

Zu Beginn eines jeden neuen Jahres gibt es im Bereich Gesundheit und Ernährung wohl kaum ein Thema, das so viel diskutiert wird wie Detox - oder zu deutsch Entgiftung. Es gibt kaum jemanden, der nicht an Neujahr den Vorsatz fasst, mal ein wenig die Finger von ungesundem Essen, zu viel Zucker oder Alkohol zu lassen oder eine Heilfastenkur einzulegen und begeistert vom Entschlacken des Körpers, Entgiftung der Leber, reiner Haut und gereinigtem Darm erzählt.

Altlasten, die sich durch ungesundes Essen, literweise alkoholische Getränke und stundenlanges Sitzen vor den Bildschirmen in unserem Körper angesammelt haben, sollen auf diese Weise wie durch ein Wunder aus dem Körper gespült werden. Doch was ist wirklich wissenschaftlich bewiesen und was können wir tatsächlich tun, um unseren Körper wirksam zu entlasten?

Irrtum #1: “Entschlacken”

Der Begründer des Heilfastens, der deutsche Arzt Otto Hermann Ferdinand Buchinger, brachte nach seiner eigenen erfolgreichen Heilfastenkur im Jahre 1919 die Theorie auf, der Körper könne durch das Heilfasten gereinigt und die Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Er benutzte dafür den Begriff Entschlackung - ein Begriff, der sich in den meisten Köpfen als Bild des Darmes in Form eines Ofenrohrs festsetzte, an dessen Wänden Unrat festklebt und das von seinen Schlacken gereinigt werden müsse

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Dieses Bild ist jedoch falsch - der Körper reinigt sich durchgehend selbst von nicht verwertbaren Stoffen, die über den Darm und die Nieren wieder ausgeschieden werden. Die Darmwand wird durch Muskeln permanent in Bewegung gehalten und die Schleimhaut des Dünndarms stößt immerfort Zellen ab - es kann sich also nichts festsetzen. Was man jedoch mit Detox tun kann, ist den Körper bestmöglich beim Reinigungsprozess zu unterstützen und ihn nicht zusätzlich mit unnötigem Ballast zu belasten.


Irrtum #2: “Medizinischer Nutzen von Heilfastenkuren”

Was soll durch das Heilfasten nicht alles “geheilt” werden: Allergien, Schmerzen jeglicher Art, Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen und vieles mehr. Fast alle Menschen, die regelmäßig Heilfastenkuren betreiben, schwören auf solche positiven medizinischen Auswirkungen und berichten begeistert von den tollen Ergebnissen. Fakt ist jedoch: wissenschaftlich begründbar sind diese Effekte leider nicht. Kurzfristige Erleichterung von Symptomen wird beschrieben, darüber hinaus kann jedoch kein positiver Nutzen auf den gesamten Organismus nachgewiesen werden.

Irrtum #3: “Gesundes Abnehmen”

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Fakt ist: der Körper verliert beim Heilfasten und bei einer intensiven Detox-Kur schnell etwas Gewicht, weil an der Ernährung entscheidende Aspekte verändert werden.
Nach starkem Fasten sorgt der Körper jedoch dafür, sich schnell größere Fettvorräte anzulegen und auch wenn man sich beim Detox noch so gesund ernährt hat - entscheidend ist, dass man anschließend auch dauerhaft auf ungesunde Lebensmittel verzichtet und seine Ernährung umstellt, sonst erzielt man keinen dauerhaften positiven Effekt.

Unser Fazit: Definitiv pro Detox und Clean-Eating!

Selbstverständlich verfügt unser Körper über eigene Entgiftungsmechanismen. Ziel des Detox / Clean Eatings sollte es sein, den Körper dabei zu unterstützen und gezielt zu fördern, eigene ungesunde Gewohnheiten zu erkennen und diese bewusst zu beseitigen oder diese zu reduzieren. Verzicht auf Produkte wie Kaffee, Nikotin, Zucker oder Weißmehl - alles extrem säurehaltige Produkte - und Verzehr von vielen basischen Nahrungsmitteln wie Gemüse oder Obst, können den Säure-Basen-Haushalt des Körpers aktiv wieder ins Gleichgewicht bringen.

Auch sollte generell viel Wasser oder Kräutertee getrunken werden. Wichtig ist jedoch nicht nur eine Ernährungsumstellung, sondern auch ein gesunder Schlafrhythmus und viel Bewegung. Wenn man nur ein paar der Vorschläge mit in seine Alltagsroutine einbaut, kann man für sich selbst schon viele positive Effekte erzielen.